grüne Landschaft in der Toskana

Das italienische Sprichwort „Non fare il salame!“ passt gut, wenn man als Tourist nach Italien aufbricht. Übersetzt heißt es so viel wie „Handle nicht wie eine Salami!“. Denn wer in die Toskana reist, träumt von Weinbergen, Kunst und Käse. Jeder will natürlich viel von der Region sehen und das italienische Lebensgefühl genießen. Das ist allerdings an vielen Orten nicht gewährleistet, da Italien ein Magnet für Reisende aus aller Welt ist und sich somit Menschenmassen in allen Ecken tummeln. An welchen der Hotspots man wie eine Salami ist und wo man Italien nur als Tourismus-Leidtragenden kennenlernt, das gibt es jetzt zu erfahren.

Carrara-Marmor Steinbrüche 

Aussicht von den Carrara-Marmor-Steinbrüchen auf die Berge

In diesen toskanischen Steinbrüche wird der weltberühmte Carrara-Mamor abgebaut. Am Fuße des Mamorgebirges steigt man in einen Jeep, der die mit Helm und Warnweste ausgestatteten Besucher in einer waghalsigen Fahrt über eine enge und steile Schotterpiste nach oben in die Steinbrüche bringt. In der Höhe angekommen erzählt ein Guide nicht gerade uninteressante Dinge über die weißen Schätze der Region. An diesem Ort schwebt man wortwörtlich mit dem Kopf in den Wolken. Mit einer umwerfenden Panorama und Blick auf die Berge, die Stadt und das Meer sind die Carrara-Marmor Steinbrüche eine Highlight und absolut empfehlenswert.

Florenz

Menschenmassen in Florenz

Im „Juwel der Toskana“ fanden schon Berühmtheiten wie Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Galileo Galilei eine Heimat. Kein Wunder, dass die Hauptstadt der Toskana von der Historie der Renaissance nur so blüht. Wer sich für Kunst, Architektur und Geschichte aus dieser Epoche interessiert, könnte hier wochenlang verbleiben. Alle Kulturbanausen, die nicht für dies und die Fülle von Denkmälern, Museen und Palästen brennen, sollten allerdings lieber die Finger von Florenz lassen. Denn außer der berühmten Kunstkultur und Geschichte besteht die Hauptstadt der Toskana hauptsächlich aus einer Legion von schwitzenden Menschen, gestressten Reisegruppen, tausenden Köpfen mit Headsets und vielen mit dem Regenschirm ausgestatteten Fremdenführern.

Siena 

Piazza del Campo

Siena ist zwar auch ein touristischer Hotspot mit vielen, vielen Menschen, aber nicht so überlaufen, wie Florenz. Die Stadt mit dem mittelalterlichen Charakter ist bekannt für das Palio die Siena, ein Pferderennen, das zwei Mal jährlich an der zentralen Piazza del Campo ausgetragen wird. Dann treten die 17 Contrade (Bezirke) der Stadt gegeneinander an. Den Rest des Jahres zieren Restaurants, Cafés, Shops und Stände die Rennstrecke.

San Gimignano (Siena)

Straßen in San Gimignano

San Gimignano liegt in der Provinz Siena und wird aufgrund seines mittelalterlichen Stadtkerns auch „mittelalterliches Manhattan“ genannt. Bekannt ist die Hügelstadt sowohl für seinen Fernblick auf eine idyllische Landschaft mit Weinanbaugebieten und Olivenbäumen, als auch für seine 13 Geschlechtertürme. Die meisten Türme und Bauten wurden schon im Mittelalter errichtet und seit dem 16. Jahrhundert durften keinen neuen Gebäude mehr erschaffen werden. Demzufolge grenzt eine Reise in die historische Altstadt San Gimignano an eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Pisas schiefer Turm

der schiefe Turm von Pisa

Der schiefe Turm von Pisa befindet sich zusammen mit dem Dom S. Maria Assunta und dem Baptisterium auf dem berühmten Piazza dei Miracoli, dem sogenannten „Platz der Wunder“. Außer den aus Carrara-Marmor gezauberten Bauwerken, befinden sich hier lediglich ein paar Restaurants und Souvenir-Shops. Weil täglich massenhaft Besucher den Domplatz übersähen, ist dieser ein Sammelbecken für italienische „Helmuts“ geworden. Die aufdringlichen Sonnenbrillen- und Anderen-Krimskrams-Verkäufer sind unermüdlich, was das seitliche anquatschen der Touristen angeht. Wer den Fehler begeht und ihnen auch nur flüchtig Aufmerksamkeit schenkt, wird sie für’s Erste nicht wieder los und hat beharrliche Verfolger.

Zudem ist ein Schnappschuss von sich selber, wie man den schiefen Turm zum Umkippen bringt oder ihn stützt  augenscheinlich mehr Wert, als alle Sonnenbrillen der Helmuts zusammen. Hat man dann ein Porträt geschossen, sind unzählige andere Leute, die sich ebenfalls ablichten lassen, im Hintergrund zu sehen. Und Fotos im Foto im Foto im Foto waren noch nie besonders schöne Fotomotive. Infolgedessen gehört der schiefe Turm von Pisa unbestritten auf die Liste der entbehrlichen Touristenattraktionen in der Toskana.

Cinque Terre

Blick auf das Meer bei einer Wanderung durch die Cinque Terre

Eine Wanderung durch den 12 km langen Küstenstreifen der Italienischen Riviera ist das i-Tüpfelchen einer jeden Toskana-Reise. Der Weg durch die Cinque Terre, durch die fünf Dörfer, verläuft von Punta Mesco nach Punta di Montenero und erstreckt sich durch einen geschützten Nationalpark. Von Norden nach Süden reihen sich die Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore längs des Küstenstreifens auf. Hier kann man Rast machen, durch Gassen und Nebenstraßen laufen, in Cafés sitzen und andere Leute beobachten, sich im Meer abkühlen, plantschen und baden.

in den Straßen von Monterosso al Mare

Es gibt etliche Optionen, wie man die Cinque Terre durchqueren kann. Nur Teilstrecken, ganze Strecken, mit dem Zug, mit dem Schiff oder einfach zu Fuß über verschiedene Wanderwege. Die Pilgerpfade liegen hoch über dem Meer und leiten durch wilde Natur mit Weinbergen, Olivenhainen und entlang steilen Hängen. Die schroffe und felsige Küste liegt den Reisenden zu Füßen. Es präsentiert sich eine Aussicht für die Götter. Für den Zugang zu dem populärsten Streckenabschnitt Monterosso-Riomaggiore müssen Ausflügler jedoch 7,50 € Eintritt zahlen, da die Wanderwege längst kein Geheimtipp mehr sind und einen starken Andrang an Touristen mit sich bringen. Trotzdem ist eine solche Wanderung vollkommen grandios für sportliche Natur- und Aussichtsliebhaber.

Wichtig: Für eine Wanderung durch die Cinque Terre ist festes Schuhwerk unabdingbar, denn Weg ist uneben, steinig und mit vielen Baumwurzeln durchwachsen. Auch genügen Wasser ist bei der brüllenden Hitze überlebenswichtig. 

Lucca

Kirche in Lucca

Lucca liegt im Tal des Flusses Serchio und ist traumhaft zum Spazieren gehen oder Fahrrad fahren. Besonders die weitläufigen, baumbestandene Wege auf den kolossalen Festungswällen sind hierfür perfekt geeignet. Die historische Stadt ist nämlich umgeben von seiner berühmten Stadtmauer, die schon aus der Epoche der Renaissance stammt. Auch Lucca ist eine der italienischen Orte, in denen der Tourismus noch nicht allzu gewaltig wütet. 

Allgemeines

Fährt man auf eigene Faust durch la Bella Italia, muss man Mautkosten und extrem hohe Parkgebühren einkalkulieren. Versteckte Kosten können sich auch bei einem Restaurantbesuch einschleichen.  Denn mit den einfachen Essenspreisen, wie sie in der Speisekarte stehen, hat es sich meistens nicht noch getan. Oft stehen am Ende der Beköstigung  extra Kosten für Bedienung oder Live Musik auf der Rechnung. Diese Servicegebühr nennt sich coperto.